Die Fünftelregelung bei Abfindungen: So sparst du Steuern

Wie funktioniert die Fünftelregelung (§ 34 EStG) bei einer Abfindung? Einfach erklärt, mit Rechenbeispielen und dem wichtigen Hinweis zur Änderung ab 2025.

calendar_todayRechtsstand 2026shieldKein Ersatz für Rechtsberatung

Was ist die Fünftelregelung?

Die Fünftelregelung ist eine Steuervergünstigung nach § 34 EStG, die speziell für sogenannte außerordentliche Einkünfte gilt – darunter fallen Abfindungen, Entlassungsentschädigungen und Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten. Das Problem ohne diese Regelung: Eine einmalig ausgezahlte Abfindung erhöht dein zu versteuerndes Einkommen im Auszahlungsjahr drastisch und treibt dich in hohe Steuerprogressionsbereiche, obwohl das Geld eigentlich über viele Jahre erarbeitet wurde.

Die Lösung der Fünftelregelung ist elegant: Das Finanzamt tut so, als würdest du lediglich ein Fünftel der Abfindung als Zusatzeinkommen im aktuellen Jahr erhalten. Die Mehrsteuerlast, die dieses eine Fünftel im Vergleich zu deinem normalen Einkommen verursacht, wird dann mit dem Faktor fünf multipliziert. So ergibt sich die Gesamtsteuer auf die Abfindung – allerdings auf einem deutlich niedrigeren Progressionsniveau, als wenn die gesamte Abfindung auf einmal voll besteuert würde.

Ein konkretes Rechenbeispiel

Angenommen, du hast ein Jahresbrutto von 50.000 € und erhältst eine Abfindung von 60.000 €. Ohne Fünftelregelung würde dein zu versteuerndes Einkommen im Auszahlungsjahr auf rund 110.000 € steigen – mit einer Steuerlast von etwa 38.000 €. Mit der Fünftelregelung rechnet das Finanzamt zunächst die Steuer auf 50.000 € (Normaleinkommen), dann auf 50.000 € + 12.000 € (ein Fünftel der Abfindung). Die Differenz beider Steuerbeträge wird mit fünf multipliziert. Das Ergebnis: Statt 38.000 € fallen oft nur 20.000–25.000 € Steuer auf die Abfindung an – eine Ersparnis von mehreren tausend Euro.

Wichtige Änderung ab 2025: Kein automatischer Abzug mehr

Bis Ende 2024 konnte der Arbeitgeber die Fünftelregelung bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Seit dem 1. Januar 2025 ist dies nicht mehr möglich. Die Vergünstigung muss ausschließlich über die eigene Einkommensteuererklärung beim Finanzamt beantragt werden. Das bedeutet: Dein Arbeitgeber behält möglicherweise zu viel Lohnsteuer ein – du erhältst die Differenz erst nach Abgabe deiner Steuererklärung zurück. Wer die Fünftelregelung vergisst oder falsch einträgt, verschenkt bares Geld. Nutze eine Steuer-Software wie WISO Steuer, um die Abfindung korrekt in der Anlage N einzutragen.

Wann lohnt sich die Fünftelregelung besonders?

Die Fünftelregelung entfaltet ihre maximale Wirkung, wenn dein sonstiges Einkommen im Auszahlungsjahr möglichst gering ist. Wer die Abfindung also in ein Jahr legen kann, in dem er kein oder wenig reguläres Gehalt bezieht – etwa im Folgejahr nach dem Ausscheiden –, profitiert am stärksten. In solchen Fällen ist die kombinierte Strategie aus zeitlicher Verlagerung und Fünftelregelung besonders effektiv. Der kostenlose Abfindungsrechner auf dieser Seite zeigt dir deinen persönlichen Steuervorteil sofort und kostenlos.

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